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Adipositas: Ursachen, BMI und Behandlung

Adipositas ist eine chronische Krankheit, bei der zu viel Fettgewebe die Gesundheit beeinträchtigt. Bei Erwachsenen spricht man ab einem BMI von 30 von Adipositas. Knapp jede fünfte erwachsene Person in Deutschland ist betroffen. Gene, Hormone, Umwelt und Lebensgewohnheiten spielen dabei eine Rolle – mit fehlender Willenskraft hat Adipositas nichts zu tun. Hier erfährst du, wie sie entsteht, welche Risiken sie mit sich bringt und welche Behandlungen es gibt.

Medizinisch geprüft von Johan Flodin, Arzt (in Schweden zugelassen) · Zuletzt geprüft am 08.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Was ist Adipositas?

Adipositas, auch starkes Übergewicht genannt, bedeutet: Der Körper hat so viel Fettgewebe, dass es die Gesundheit beeinträchtigen kann. Bei Erwachsenen spricht man ab einem BMI von 30 von Adipositas. Sie ist eine chronische Krankheit, die von Genen, Hormonen, Umwelt und Lebensgewohnheiten beeinflusst wird. Sie erhöht unter anderem das Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ab wann gilt Übergewicht als Adipositas?

BMI

Kategorie

25–29,9

Übergewicht

30–34,9

Adipositas Grad I

35–39,9

Adipositas Grad II

40 oder mehr

Adipositas Grad III

Der BMI ist ein erster Anhaltspunkt. Der Taillenumfang zeigt zusätzlich, wie viel Fett am Bauch sitzt – und das beeinflusst das Risiko stärker.

Warum Adipositas keine Frage der Willenskraft ist

Der Körper verteidigt sein Gewicht. Nimmst du ab, steigt das Hungerhormon Ghrelin und die Sättigungshormone sinken. Gleichzeitig verbrauchst du weniger Energie. Deshalb nehmen die meisten nach einer Diät wieder zu. Das ist Biologie, keine Schwäche.

  • Gene erklären einen großen Teil der Gewichtsunterschiede zwischen Menschen

  • Hormone steuern Hunger und Sättigung

  • Schlaf, Stress und bestimmte Medikamente beeinflussen das Gewicht

Ursachen und Folgeerkrankungen von Adipositas

Häufige Ursachen

Erbliche VeranlagungHormone und StoffwechselUmfeld und Verfügbarkeit von EssenSchlafmangel und StressBestimmte Medikamente und Erkrankungen

Erhöhtes Risiko für

Typ-2-DiabetesBluthochdruck und Herz-Kreislauf-ErkrankungenSchlafapnoeGelenkbeschwerden und ArthroseBestimmte KrebsartenFettleber

Schon 5–10 % weniger Gewicht können den Blutdruck senken und den Blutzucker verbessern.

Behandlung von Adipositas

Die Behandlung richtet sich nach deiner Gesundheit und deinem BMI. Oft werden mehrere Bausteine kombiniert.

Die Basis

Lebensgewohnheiten

Ernährung, Bewegung, Schlaf und Unterstützung bei neuen Gewohnheiten. Immer Teil der Behandlung.
Bei sehr hohem BMI

Operation

Bei sehr hohem BMI kann eine Operation infrage kommen (Adipositaschirurgie).

Respekt statt Stigma

„Adipositas ist eine Krankheit wie jede andere. Du verdienst dieselbe respektvolle und kompetente Behandlung wie bei Bluthochdruck oder Diabetes.“

Johan Flodin, Arzt (in Schweden zugelassen) und Mitgründer von Ayd

Ayd hat 4,7 von 5 auf Trustpilot

Über 30.000 Patient*innen behandelt

Häufige Fragen zu Adipositas

Medizinisch geprüft von Johan Flodin, Arzt (in Schweden zugelassen) · Zuletzt geprüft am 08.10.2026

Über Adipositas

Sind Adipositas und starkes Übergewicht dasselbe?

Ja. Adipositas ist der medizinische Begriff, starkes Übergewicht das Alltagswort. Gemeint ist bei Erwachsenen ein BMI ab 30.

Ist Adipositas eine Krankheit?

Ja. Die WHO stuft Adipositas als chronische Krankheit ein, die eine langfristige Behandlung braucht. Auch die deutsche S3-Leitlinie zur Adipositas beschreibt sie so.

Wie häufig ist Adipositas in Deutschland?

Knapp jede fünfte erwachsene Person in Deutschland hat Adipositas. Der Anteil ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen.

Kann man Adipositas mit normalem BMI haben?

Der BMI erfasst nicht alles. Manche Menschen haben trotz normalem BMI viel Bauchfett. Der Taillenumfang ergänzt das Bild.

Zur Behandlung

Wie wird Adipositas behandelt?

Mit veränderten Lebensgewohnheiten, Medikamenten oder einer Operation, oft kombiniert. Dein ärztliches Team wählt die Behandlung passend zu deiner Gesundheit und deinem BMI.

Welche Medikamente gibt es gegen Adipositas?

Es gibt GLP-1-Medikamente mit den Wirkstoffen Semaglutid und Tirzepatid. Sie sind verschreibungspflichtig: Passt die Behandlung zu dir, kann dein ärztliches Team sie verschreiben. Mehr zur GLP-1-Behandlung.

Geht Adipositas wieder weg?

Adipositas ist chronisch. Mit einer Behandlung lassen sich aber das Gewicht und das Risiko für Folgeerkrankungen senken. Mit fortgesetzter Behandlung und neuen Gewohnheiten lässt sich das Ergebnis oft halten.

Zahlt die Krankenkasse die Behandlung?

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Medikamente zum Abnehmen in der Regel nicht. Private Krankenversicherungen entscheiden im Einzelfall. Bei Ayd bekommst du eine ärztliche Prüfung online, ohne Termin in einer Praxis. Eine Rechnung bekommst du in Mein Ayd.

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Quellen

Weltgesundheitsorganisation (WHO) (2025) ‚Obesity and overweight‘, Faktenblatt · Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) et al., S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas (AWMF-Register 050-001) · Robert Koch-Institut, Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in Deutschland (Schienkiewitz et al. 2022, GEDA 2019/2020-EHIS) · Magkos, F. et al. (2016), Cell Metabolism (5–10 % Gewichtsabnahme): PMC4833627 · Medizinisch geprüft am 08.10.2026.